Massage

Klassische Massagen

Was bedeutet massieren?

= berühren, betasten, kneten

Die Massage ist eines der ältesten Heilmittel der Menschheit. Ihr Ursprung liegt im Osten
Afrikas und in Asien ca. 2600 v. Chr. Mit der klassischen Massage beeinflusst man die Haut,
Bindegewebe und Muskulatur, durch Streichung, Dehnung, Zug, Druck, Zirkelungenund
Knetungen werden Reize gesetzt. Die Massage wirkt an der behandelten Stelle des Körpers
sowie über den gesamten Organismus bis hin zur Psyche. Somit ist die Klassische
Massage eine hocheffektive Therapieform.

Ziele

  • durchblutungsfördernd
  • tonisierend, detonisierend
  • entspannend
  • kreislaufanregend
  • schmerzlindernd
  • Verbesserung der Gewebsschichten
  • Trophikverbesserung (Abtransport von Schlackestoffen)

Indikationen

  • Rücken-, Kopfschmerzen (Migräne)
  • Muskelkater
  • Rehabilitation nach OP/ Verletzungen
  • Lähmungserscheinungen
  • rheumatische Erkrankungen
  • Stress
  • psychische StörungenIMG-20150319-WA0003

Sonderformen der Massage

  • Reflexzonentherapie
  • Bindegewebsmassage (nach Fr. Digge & Teirich Leube)
  • Segmentmassage (nach Hr. Glaser & Dalichow Quinitsch)
  • Colonmassage

Reflexzonentherapie

Unter Reflexzonentherapie versteht man alle therapeutischen Verfahren zur Beeinflussung gestörter
Innerer Organe über die cutivisceralen Reflexe.

Bindegewebsmassage

Unter Bindegewebsmassage versteht man die manuelle Beeinflussung der Körperdecke,
insbesondere der Haut/ Unterhaut u./od. Unterhaut/ Fasciae, sowie der Musklutar durch
mechanische Dehnreize mit Hilfe einer bestimmten Zug-/ Schiebe- und Strichtechnik.

Indikationen

  • Erkrankung des Bewegungsapparates (muskulare Verhärtung bzw. Verspannung)
  • Erkrankung der inneren Organe (Atemwege, Magen)
  • Neurologische Störungen (Paresen, Spastik)
  • Schlafstörung, Unruhe

Ziele der Bindegewebsmassage

  • Allgemeiner Spannungsausgleich im subkutanen Bindegewebe
  • Mehrdurchblutung
  • Lösen von Verklebungen zw. Subcutes und Muskelfasciae
  • Reflektorische Unterstützung der inneren Organe (je nach Segmentaler Versorgung)

Segementmassage

Die wissenschaftliche Grundlage der Segmentmassage bilden die anatomischen,
pathophysiologischen und klinischen Erkenntnisse, dass

Körper, Psyche und Umwelt eine untrennbare Aktionseinheit bilden,
alle Teile des menschlichen Organismus durch gestaffelte, miteinander vermaschte nervale und
humorale Regelkreise in gesetzmassigen Wechselbeziehungen stehen, Störungen eines Teils des
Körpers sich über diese Regelkreise auf andere Teile und den gesamten Organismus auswirken
können. Da jedes pathologische Geschehen reflektorische Auswirkungen in der Körperdecke
verursacht und diese den Ablauf der Krankheit mit beeinflussen, hat die Segementmassage folgende
Ziele und Prinzipien:

  • Erfassen und Beseitigen aller reflektorischen Veränderungen
  • Bearbeiten der einzelnen Veränderungen
  • Auswahl der Quantität und der räumlichen wie zeitlichen Verteilung der Massagereize
  • Individuelle, der jeweiligen Reaktionslage des Patienten und den Gewebsveränderungen
    angepasste Dosierung

Colonmassage

Bei der Colonmassage handelt es sich um eine tiefe Bauchmassage.
Dabei wird in sehr langsamem Rythmus zusammen mit der Ausatmung ein in die Tiefe gehender
Druck ausgeübt. Dieser Druck wird so gesetzt, dass er die natürliche Peristaltik (Darmbewegung)
fordert, also ein Schub in Richtung Enddarm erfolgt. Sie wird sowohl fur Störungen der Darmtätigkeit
wie Obstipation (Verstopfung), bei Darmlähmungen, krankheitsbedingter Darmträgheit eingesetzt, als
auch als Reflexzonentherapie. Dies kann auch eine nicht-medikamentöse Alternative zur Behandlung
mit Abführmitteln darstellen.

Wann kann man diese Form der Massage nicht anwenden?

  • bei akuten Entzündungen in Bauchraum und kleinem Becken
  • bei Chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa im Schub
  • bei Krebserkrankungen im Bauchraum
  • in der SchwangerschaftP1270844